18.09 2015

Projekt-Workshops zu Personas und Anforderungen

Die Erkenntnisse, die die Konsortialpartner in zahlreichen Interviews mit potenziellen Nutzern von intelligenten Mobilitätsdiensten gewinnen konnten, wurden in zwei Workshops aufbereitet und für die Definition von Anforderungen genutzt. Im ersten Workshop wurden, basierend auf den im Vorfeld geführten Interviews, Personas entwickelt.

Personas sind archetypische Repräsentanten möglicher Nutzergruppen eines Produkts oder Services. Die Beschreibung einer Persona umfasst dabei konkrete Merkmale wie Alter, Familienstand, Beruf sowie thematisch relevante Merkmale wie Mobilitätsverhalten in der Stadt. Personas sind dabei nicht Abbilder von Interviewpartnern, stattdessen fließen Erkenntnisse verschiedener Interviews sowie Annahmen in die Gestaltung ein [1].

Zum Beispiel wurde die Persona „Bernhard“ entwickelt. Als Malermeister ist Bernhard ein prototypischer Vertreter von Handwerkern in Dresden. Er ist 40 Jahre alt, verheiratet, hat zwei Kinder und wohnt in Klotschke bei Dresden. Jeden Morgen fährt er mit dem Privatauto zum Malerbetrieb, wechselt dort in ein Firmenfahrzeug und fährt gemeinsam mit Kollegen zum Kunden. Morgens und abends haben Bernhard und seine Kollegen meist mit dem Berufsverkehr zu kämpfen.

Ein Set aus sieben Personas wurde in einem zweiten Workshop genutzt, um Anforderungen an intelligente Mobilitätsdienste abzuleiten. Dabei versetzten sich die Teilnehmer des Workshops in die Lage der durch die Personas beschriebenen Charaktere und identifizierten Szenarien in deren Alltag, die mit Problemen und Herausforderungen verbunden sind. Zum Beispiel trifft Bernhard häufig später als vereinbart beim Kunden ein, wenn starkes Verkehrsaufkommen herrscht. Ein intelligenter Mobilitätsdienst könnte ihm helfen, die schnellste Route zu finden, aber auch selbstständig den Kunden über die Verspätung informieren.

Im nächsten Schritt werden die Konsortialpartner die identifizierten Anforderungen mit den verfügbaren Verkehrsadern abgleichen und erste Mobilitätsdienste definieren. Diese werden dann im Laufe des Projektes als Services auf der Mobilitätsplattform ExCELL bereitgestellt.

[1] Goodwin, K., & Cooper, A. (2009). Designing for the Digital Age: How to Create Human-Centered Products and Services.

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